Einsatz Frankfurter Straße 115
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- Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Januar 2008 23:00
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Ein Feuer in einem 6-geschossigen Mehrfamilienhaus in der Frankfurter Straße in Großen-Linden hat am Abend einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst erforderlich gemacht.
Gegen 21:30 bemerkte eine Mieterin ein Feuer in einer Wohnung im vierten Obergeschoss, deren Bewohner nicht zu Hause war.
Sie meldete dies umgehend per Notruf, woraufhin die Leitfunkstelle
Gießen die Feuerwehren Großen-Linden und Leihgestern, die Drehleiter
der Feuerwehr Gießen sowie einen Rettungswagen und ein
Notarzteinsatzfahrzeug alarmierte.
Einige Minuten später waren die Rettungskräfte mit mehr als 10 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.
Eine erste Lageerkundung ergab, dass die Tür zur Brandwohnung zwar
geschlossen war, aber erhebliche Mengen Rauch in den Treppenraum
strömten. Daraufhin wurde das Gebäude geräumt und vorsorglich weitere
Rettungswagen zur Einsatzstelle beordert.
Parallel rüsteten sich drei Trupps mit Atemschutzgeräten aus. Vor der
Tür des Gebäudes wurde ein Belüftungsgerät in Stellung gebracht, um den
Treppenraum rauchfrei zu halten, was auch gelang.
Zur Bereitstellung weiterer Atemschutzgeräteträger als taktische
Reserve veranlasste der Einsatzleiter die Alarmierung der Feuerwehr
Lang-Göns. Diese traf wenig später mit drei Fahrzeugen ein, musste aber
- zumindest an dieser Einsatzstelle – nicht mehr tätig werden.
Während ein Atemschutztrupp die Brandbekämpfung in der betroffenen
Wohnung aufnahm, suchte ein anderer Trupp die Wohnungen im
Brandgeschoss und in den Stockwerken darüber ab. Weitere Kräfte
kontrollierten alle darunter liegenden Wohnungen, in denen etliche
Bewohner offensichtlich von dem Einsatz noch nichts mitbekommen hatten
und sich ob unseres Erscheinens sichtlich verwundert zeigten.
Die Drehleiter wurde auf der Nordseite in Stellung gebracht, um
nötigenfalls vom Rauch eingeschlossene Menschen über die Fenster zu
retten, was glücklicherweise nicht erforderlich wurde.
Eine weitere Drehleiter, welche aus Heuchelheim angefordert worden war,
positionierte sich an der Südseite und suchte auch dort Fluchtbalkone
und Dachflächen nach Bewohnern ab, die sich eventuell dort hin gerettet
haben könnten. Auch hier blieb die Suche zum Glück ohne Ergebnis.
Zwischenzeitlich wurde eine Person von einem Atemschutztrupp aus einer
völlig verrauchten Wohnung gerettet, sechs weitere Mieter wurden aus
angrenzenden, ebenfalls vom Brandrauch gefährdeten, Wohnungen geholt.
Feuerwehrleute führten sie alle nach unten, wo Kräfte des
Rettungsdienstes sie versorgten und nötigenfalls behandelten,
gleichzeitig brachten wir mehrere Hunde, Katzen und andere Haustiere in
Sicherheit. Eine Frau musste mit einer Rauchvergiftung zur stationären
Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, zwölf Unverletzte
fuhren wir zum Feuerwehrstützpunkt, wo sie sich aufwärmen und Getränke
zu sich nehmen konnten.
Für Verwirrungen sorgten während der Menschenrettung teils
widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare Angaben der Bewohner über
weitere Vermisste, welche sich im Folgenden, nach nochmaliger
Durchsuchung aller Wohnungen, als unrichtig herausstellen sollten.
Nachdem das Feuer gelöscht war, wurden die Räumlichkeiten mit der
Wärmebildkamera überprüft und Schadstoffmessungen durchgeführt, es
folgte eine abschließende gründliche Belüftung aller Räume.
Da mehrere Wohnungen unbewohnbar sind, kamen die betroffenen Mieter bei
Bekannten unter, eine Person wurde in einem Hotel untergebracht.
Die letzten Einsatzkräfte erreichten gegen 1:00 Uhr ihre Unterkünfte,
die Wiederbestückung der Fahrzeuge, Reinigung der Geräte und
Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft dauerte noch bis 2:30 Uhr.
Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest, er dürfte auf Grund
der Zerstörung der Brandwohnung und der erheblichen Rauchschäden in der
Umgebung derselben aber durchaus beträchtlich sein.
Mitten in der „heißen Phase“ hatte die Leitstelle einen weiteren
Einsatz gemeldet, die Brandmeldeanlage eines Entsorgungsbetriebs in der
Carl-Benz-Straße hatte ausgelöst.
Da alle Großen-Lindener Kräfte gebunden waren und auch die Feuerwehr
Leihgestern, welche normalerweise automatisch ersatzweise alarmiert
worden wäre, ja bereits hier im Einsatz war, beordete die Leitstelle,
sozusagen als Ersatz des Ersatzes, die Feuerwehr
Pohlheim-Watzenborn-Steinberg dorthin.
So kam es, dass das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Lang-Göns an der
Brandstelle unseren Schlüssel für den Feuerwehrschlüsselkasten des
Entsorgungsbetriebs, sowie am Feuerwehrstützpunkt Großen-Linden einen
ortskundigen „Einweiser“ aufnahm, während die Feuerwehr
Watzenborn-Steinberg mit einem Löschzug dorthin ausrückte – ein
Szenario, welches so sicherlich auch noch nie dagewesen ist.
Die Meldung der Anlage entpuppte sich übrigens als Fehlalarm,
Regenwasser war in einen Feuermelder eingedrungen und hatte diesen
ausgelöst.
Insgesamt kamen zum Einsatz:
Einsatzstelle Frankfurter Straße 115
Freiwillige Feuerwehr Linden-Großen-Linden
LF 16/12 mit 9 Feuerwehrangehörigen
LF 16-TS mit 9 Feuerwehrangehörigen
ELW 1 mit 4 Feuerwehrangehörigen
FLMF mit 2 Feuerwehrangehörigen
MTF mit 4 Feuerwehrangehörigen
Freiwillige Feuerwehr Linden-Leihgestern
TLF 16/25 mit 6 Feuerwehrangehörigen
LF 10/6 mit 9 Feuerwehrangehörigen
MTF mit 3 Feuerwehrangehörigen
Freiwillige Feuerwehr Lang-Göns (in Bereitstellung)
LF 16/12 mit 9 Feuerwehrangehörigen
TLF 16/25mit 6 Feuerwehrangehörigen
ELW 1 mit 3 Feuerwehrangehörigen
Berufsfeuerwehr Gießen
DLK 23/12 mit 2 Feuerwehrangehörigen
Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim
DLK 23/12 mit 3 Feuerwehrangehörigen
DRK Mittelhessen
RTW mit 2 Rettungsdienstkräften
RTW mit 2 Rettungsdienstkräften
NEF mit 2 RK (später abgelöst durch das Bereitschafts-NEF)
JUH Gießen
RTW mit 2 Rettungsdienstkräften
DRK-Bereitschaft Gießen
NEF mit 2 Rettungsdienstkräften
sowie der Kreisbrandinspektor des Landkreises Gießen und die Kriminalpolizei.
Einsatzstelle Carl-Benz-Straße
8-10
Freiwillige Feuerwehr Lang-Göns
ELW 1 mit 3 Feuerwehrangehörigen
Freiwillige Feuerwehr Pohlheim-Watzenborn-Steinberg
LF 16/12 mit 9 Feuerwehrangehörigen
HLF 20/16 mit 9 Feuerwehrangehörigen
ELW 1 mit 2 Feuerwehrangehörigen
sowie ein Einweiser der Feuerwehr Linden-Großen-Linden
Insgesamt kamen an diesem Abend somit an
zwei Einsatzstellen 22 Fahrzeuge mit zusammen 104 Rettungskräften zum
Einsatz, es wurden acht Atemschutzgeräte eingesetzt.
Allen beteiligten Feuerwehr- und Rettungsdienstkräften soll an dieser
Stelle für die gute Zusammenarbeit gedankt werden, die die Bewältigung
dieses nicht alltäglichen Einsatzes ermöglicht hat und für den
bezüglich Personenschäden letztendlich glimpflichen Ausgang mit
entscheidend war.


