Großbrand – Turnhalle Ludwigstraße
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- Veröffentlicht am Sonntag, 04. Juli 2010 23:14
- Geschrieben von André Cavael
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Kurz nach einem Gewitter, welches über Linden zog, alarmierte uns die Leitfunkstelle Gießen wegen einer "unklaren Rauchentwicklung" in der TV-Halle Großen-Linden.
Bereits beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs war Rauch sichtbar, der mittig aus dem Dach des Gebäudes in der Ludwigstraße drang. Sofort wurde die Alarmierung einer Drehleiter (Berufsfeuerwehr Gießen) sowie der Feuerwehr Leihgestern veranlasst.
Im Rahmen der ersten Erkundung im und rund ums Gebäude wurde klar, dass man es hier mit einem bereits fortentwickelten Dachstuhlbrand zu tun hatte. Daraufhin wurde eine zweite Drehleiter (Feuerwehr Heuchelheim) angefordert.
Zwei Trupps, ausgestattet mit Atemschutzgeräten, drangen in die Halle ein und versuchten, den Dachboden zu erreichen. Der Zugang dorthin war allerdings nur durch eine schwere Lüftungsklappe möglich, die sich fünf Meter über dem Bühnenboden befand.
Da die Trupps aus dem Innenraum sich wegen herabstürzender Deckenteile zurückziehen mussten, konnte das Feuer fortan nur noch von außen bekämpft werden. Dies führte zur Alarmierung der dritten Drehleiter (Feuerwehr Lich), sowie der Feuerwehr Langgöns, die gemeinsam an der Nordseite der Halle eingesetzt wurden.
Kurz zuvor war das Dach durchgebrannt, welches wenig später teilweise einstürzte. Die Trupps, die unmittelbar an den beiden Eingängen zum Halleninnenraum eingesetzt wurden, konnten durch das Ablöschen der herunter gestürzten Trümmer ein Übergreifen der Flammen auf die hölzerne Wandvertäfelung sowie die Abstellräume der Turngeräte verhindern.
Die Einsatzstelle wurde in zwei Abschnitte unterteilt, weiterhin kam ein Gerätewagen-Atemschutz (Feuerwehr Lollar) zum Einsatz, um den hohen Bedarf an Atemschutzgeräten zu decken. Zusätzlich richtete die Einsatzleitung einen Bereitstellungsraum ein, der durch die Feuerwehr Watzenborn-Steinberg verwaltet wurde, wodurch ständig weitere Einsatzkräfte bereitstanden. Zum Füllen dieses Bereitstellungsraums alarmierten die Pohlheimer Kameraden die Feuerwehren Hausen und Dorf-Güll, später die Feuerwehren Klein-Linden, Lützellinden und Hüttenberg nach.
Die Schnelleinsatzgruppe Logistik des DRK Gießen lieferte Getränke für die Einsatzkräfte an, um den sommerlichen Temperaturen zu begegnen.
Später ging der Vorrat des Gerätewagen-Atemschutz zu Neige, daher wurde der Abrollbehälter-Atemschutz der Feuerwehr Gießen angefordert. Weiterhin alarmierten wir den dort stationierten Einsatzleitwagen 2, in den die Einsatzleitung dann „umzog“.
Die Flammen im Dach konnten dann mit mehreren Strahlrohren bekämpft werden, während von den Körben der drei Drehleitern aus das Dach geöffnet wurde.
Parallel dazu bereitete die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung des DRK Wettenberg Essen und Getränke vor, so dass kurz vor Mitternacht die Verpflegung für weit über 100 Einsatzkräfte bereit stand.
Gegen ein Uhr früh verließ die Mehrzahl der eingesetzten Feuerwehren Großen-Linden wieder, eine Brandwache wurde durch uns gestellt, musste aber bis zum Morgen nicht mehr eingreifen.
Im Laufe der Arbeiten mussten zwei Einsatzkräfte vom bereitstehenden Rettungswagen ambulant versorgt werden, weitere Verletzte waren nicht zu beklagen. Wegen der Vielzahl von Schaulustigen und zur Schaffung des Bereitstellungsraumes wurde die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt, die Anwohner wurden über Lautsprecher- und Radio-Durchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Brandursache ist noch ungeklärt, die Polizei zog einen Blitzeinschlag in Betracht. Auch zur Schadenshöhe gibt es noch keine abschließenden Aussagen.
Durch den Einsatz der insgesamt nahezu 150 Einsatzkräfte konnte das Feuer an einer Brandwand gehalten werden, so dass der 1999 errichtete Anbau – von kleineren Rauch- und Wasserschäden abgesehen – unversehrt blieb. Auch der Seitenflügel mit Küche, Bestuhlungs- und Sportgerätelager wurde nicht von den Flammen erreicht. Die eigentliche Halle wird allerdings ersten Vermutungen zufolge abgerissen und neu errichtet werden müssen.
Unsere Gäste der Feuerwehr Purgstall/Niederösterreich unterstützten uns, indem sie einige der alarmierten Kameraden zum Feuerwehrstützpunkt fuhren.
Die Feuerwehr Linden bedankt sich bei allen beteiligten Wehren und Organisationen für die hervorragende Zusammenarbeit an der Einsatzstelle.
Hier noch einige weitere Fotos, Anklicken öffnet eine vergrößerte Ansicht:
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