3 - Feuer in Wohngebäude
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- Kategorie: Einsatzberichte 2007
- Veröffentlicht am Montag, 06. August 2007 23:48
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Gegen 21:30 bemerkte eine Mieterin ein Feuer in einer Wohnung im vierten Obergeschoss, deren Bewohner nicht zu Hause war.
Sie meldete dies umgehend per Notruf, woraufhin die Leitfunkstelle
Gießen die Feuerwehren Großen-Linden und Leihgestern, die Drehleiter
der Feuerwehr Gießen sowie einen Rettungswagen und ein
Notarzteinsatzfahrzeug alarmierte.
Einige Minuten später waren die Rettungskräfte mit mehr als 10 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.
Eine erste Lageerkundung ergab, dass die Tür zur Brandwohnung zwar
geschlossen war, aber erhebliche Mengen Rauch in den Treppenraum
strömten. Daraufhin wurde das Gebäude geräumt und vorsorglich weitere
Rettungswagen zur Einsatzstelle beordert.
Parallel rüsteten sich
drei Trupps mit Atemschutzgeräten aus. Vor der Tür des Gebäudes wurde
ein Belüftungsgerät in Stellung gebracht, um den Treppenraum rauchfrei
zu halten, was auch gelang.
Zur Bereitstellung weiterer
Atemschutzgeräteträger als taktische Reserve veranlasste der
Einsatzleiter die Alarmierung der Feuerwehr Lang-Göns. Diese traf wenig
später mit drei Fahrzeugen ein, musste aber - zumindest an dieser
Einsatzstelle – nicht mehr tätig werden.
Während ein Atemschutztrupp die Brandbekämpfung in der betroffenen
Wohnung aufnahm, suchte ein anderer Trupp die Wohnungen im
Brandgeschoss und in den Stockwerken darüber ab. Weitere Kräfte
kontrollierten alle darunter liegenden Wohnungen, in denen etliche
Bewohner offensichtlich von dem Einsatz noch nichts mitbekommen hatten
und sich ob unseres Erscheinens sichtlich verwundert zeigten.
Die
Drehleiter wurde auf der Nordseite in Stellung gebracht, um
nötigenfalls vom Rauch eingeschlossene Menschen über die Fenster zu
retten, was glücklicherweise nicht erforderlich wurde.
Eine weitere
Drehleiter, welche aus Heuchelheim angefordert worden war,
positionierte sich an der Südseite und suchte auch dort Fluchtbalkone
und Dachflächen nach Bewohnern ab, die sich eventuell dort hin gerettet
haben könnten. Auch hier blieb die Suche zum Glück ohne Ergebnis.
Zwischenzeitlich wurde eine Person von einem Atemschutztrupp aus einer
völlig verrauchten Wohnung gerettet, sechs weitere Mieter wurden aus
angrenzenden, ebenfalls vom Brandrauch gefährdeten, Wohnungen geholt.
Feuerwehrleute führten sie alle nach unten, wo Kräfte des
Rettungsdienstes sie versorgten und nötigenfalls behandelten,
gleichzeitig brachten wir mehrere Hunde, Katzen und andere Haustiere in
Sicherheit. Eine Frau musste mit einer Rauchvergiftung zur stationären
Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, zwölf Unverletzte
fuhren wir zum Feuerwehrstützpunkt, wo sie sich aufwärmen und Getränke
zu sich nehmen konnten.
Für Verwirrungen sorgten während der
Menschenrettung teils widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare
Angaben der Bewohner über weitere Vermisste, welche sich im Folgenden,
nach nochmaliger Durchsuchung aller Wohnungen, als unrichtig
herausstellen sollten.
Nachdem das Feuer gelöscht war, wurden die
Räumlichkeiten mit der Wärmebildkamera überprüft und
Schadstoffmessungen durchgeführt, es folgte eine abschließende
gründliche Belüftung aller Räume.
Da mehrere Wohnungen unbewohnbar
sind, kamen die betroffenen Mieter bei Bekannten unter, eine Person
wurde in einem Hotel untergebracht.
Die letzten Einsatzkräfte
erreichten gegen 1:00 Uhr ihre Unterkünfte, die Wiederbestückung der
Fahrzeuge, Reinigung der Geräte und Wiederherstellung der
Einsatzbereitschaft dauerte noch bis 2:30 Uhr.
Die Höhe des
Sachschadens steht noch nicht fest, er dürfte auf Grund der Zerstörung
der Brandwohnung und der erheblichen Rauchschäden in der Umgebung
derselben aber durchaus beträchtlich sein.
Mitten in der „heißen Phase“ hatte die Leitstelle einen weiteren
Einsatz gemeldet, die Brandmeldeanlage eines Entsorgungsbetriebs in der
Carl-Benz-Straße hatte ausgelöst.
Da alle Großen-Lindener Kräfte
gebunden waren und auch die Feuerwehr Leihgestern, welche normalerweise
automatisch ersatzweise alarmiert worden wäre, ja bereits hier im
Einsatz war, beordete die Leitstelle, sozusagen als Ersatz des
Ersatzes, die Feuerwehr Pohlheim-Watzenborn-Steinberg dorthin.
So
kam es, dass das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Lang-Göns an der
Brandstelle unseren Schlüssel für den Feuerwehrschlüsselkasten des
Entsorgungsbetriebs, sowie am Feuerwehrstützpunkt Großen-Linden einen
ortskundigen „Einweiser“ aufnahm, während die Feuerwehr
Watzenborn-Steinberg mit einem Löschzug dorthin ausrückte – ein
Szenario, welches so sicherlich auch noch nie dagewesen ist.
Die
Meldung der Anlage entpuppte sich übrigens als Fehlalarm, Regenwasser
war in einen Feuermelder eingedrungen und hatte diesen ausgelöst.
Insgesamt kamen an diesem Abend somit an zwei Einsatzstellen 22 Fahrzeuge mit zusammen 104 Rettungskräften zum Einsatz, es wurden acht Atemschutzgeräte eingesetzt.




