3 - Feuer in Wohngebäude

Gegen 21:30 bemerkte eine Mieterin ein Feuer in einer Wohnung im vierten Obergeschoss, deren Bewohner nicht zu Hause war.
Sie meldete dies umgehend per Notruf, woraufhin die Leitfunkstelle Gießen die Feuerwehren Großen-Linden und Leihgestern, die Drehleiter der Feuerwehr Gießen sowie einen Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug alarmierte.
Einige Minuten später waren die Rettungskräfte mit mehr als 10 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.
Eine erste Lageerkundung ergab, dass die Tür zur Brandwohnung zwar geschlossen war, aber erhebliche Mengen Rauch in den Treppenraum strömten. Daraufhin wurde das Gebäude geräumt und vorsorglich weitere Rettungswagen zur Einsatzstelle beordert.
Parallel rüsteten sich drei Trupps mit Atemschutzgeräten aus. Vor der Tür des Gebäudes wurde ein Belüftungsgerät in Stellung gebracht, um den Treppenraum rauchfrei zu halten, was auch gelang.
Zur Bereitstellung weiterer Atemschutzgeräteträger als taktische Reserve veranlasste der Einsatzleiter die Alarmierung der Feuerwehr Lang-Göns. Diese traf wenig später mit drei Fahrzeugen ein, musste aber - zumindest an dieser Einsatzstelle – nicht mehr tätig werden.


Während ein Atemschutztrupp die Brandbekämpfung in der betroffenen Wohnung aufnahm, suchte ein anderer Trupp die Wohnungen im Brandgeschoss und in den Stockwerken darüber ab. Weitere Kräfte kontrollierten alle darunter liegenden Wohnungen, in denen etliche Bewohner offensichtlich von dem Einsatz noch nichts mitbekommen hatten und sich ob unseres Erscheinens sichtlich verwundert zeigten.
Die Drehleiter wurde auf der Nordseite in Stellung gebracht, um nötigenfalls vom Rauch eingeschlossene Menschen über die Fenster zu retten, was glücklicherweise nicht erforderlich wurde.
Eine weitere Drehleiter, welche aus Heuchelheim angefordert worden war, positionierte sich an der Südseite und suchte auch dort Fluchtbalkone und Dachflächen nach Bewohnern ab, die sich eventuell dort hin gerettet haben könnten. Auch hier blieb die Suche zum Glück ohne Ergebnis.
Zwischenzeitlich wurde eine Person von einem Atemschutztrupp aus einer völlig verrauchten Wohnung gerettet, sechs weitere Mieter wurden aus angrenzenden, ebenfalls vom Brandrauch gefährdeten, Wohnungen geholt.
Feuerwehrleute führten sie alle nach unten, wo Kräfte des Rettungsdienstes sie versorgten und nötigenfalls behandelten, gleichzeitig brachten wir mehrere Hunde, Katzen und andere Haustiere in Sicherheit. Eine Frau musste mit einer Rauchvergiftung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, zwölf Unverletzte fuhren wir zum Feuerwehrstützpunkt, wo sie sich aufwärmen und Getränke zu sich nehmen konnten.
Für Verwirrungen sorgten während der Menschenrettung teils widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare Angaben der Bewohner über weitere Vermisste, welche sich im Folgenden, nach nochmaliger Durchsuchung aller Wohnungen, als unrichtig herausstellen sollten.
Nachdem das Feuer gelöscht war, wurden die Räumlichkeiten mit der Wärmebildkamera überprüft und Schadstoffmessungen durchgeführt, es folgte eine abschließende gründliche Belüftung aller Räume.
Da mehrere Wohnungen unbewohnbar sind, kamen die betroffenen Mieter bei Bekannten unter, eine Person wurde in einem Hotel untergebracht.
Die letzten Einsatzkräfte erreichten gegen 1:00 Uhr ihre Unterkünfte, die Wiederbestückung der Fahrzeuge, Reinigung der Geräte und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft dauerte noch bis 2:30 Uhr. 
Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest, er dürfte auf Grund der Zerstörung der Brandwohnung und der erheblichen Rauchschäden in der Umgebung derselben aber durchaus beträchtlich sein.

 

Mitten in der „heißen Phase“ hatte die Leitstelle einen weiteren Einsatz gemeldet, die Brandmeldeanlage eines Entsorgungsbetriebs in der Carl-Benz-Straße hatte ausgelöst.
Da alle Großen-Lindener Kräfte gebunden waren und auch die Feuerwehr Leihgestern, welche normalerweise automatisch ersatzweise alarmiert worden wäre, ja bereits hier im Einsatz war, beordete die Leitstelle, sozusagen als Ersatz des Ersatzes, die Feuerwehr Pohlheim-Watzenborn-Steinberg dorthin.
So kam es, dass das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Lang-Göns an der Brandstelle unseren Schlüssel für den Feuerwehrschlüsselkasten des Entsorgungsbetriebs, sowie am Feuerwehrstützpunkt Großen-Linden einen ortskundigen „Einweiser“ aufnahm, während die Feuerwehr Watzenborn-Steinberg mit einem Löschzug dorthin ausrückte – ein Szenario, welches so sicherlich auch noch nie dagewesen ist.
Die Meldung der Anlage entpuppte sich übrigens als Fehlalarm, Regenwasser war in einen Feuermelder eingedrungen und hatte diesen ausgelöst.


Insgesamt kamen an diesem Abend somit an zwei Einsatzstellen 22 Fahrzeuge mit zusammen 104 Rettungskräften zum Einsatz, es wurden acht Atemschutzgeräte eingesetzt.

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